Erneuter Diebstahl von SBB-Kupferkabel
Montag, 21. September 2009, 15:53 Uhr, Aktualisiert 22:39 Uhr
Kupferdiebe haben am vergangenen Wochenende erneut an zwei Aargauer Bahnstrecken zugeschlagen. Sie montierten gegen drei Kilometer Erdungskabel an Fahrleitungen ab und nahmen sie mit. Solche Diebstähle seien lebensgefährlich, warnte die SBB. Ähnliche Strecken werden nun verstärkt überwacht.
Anders als bei dem Vorfall vom vergangenen Donnerstag gelang es den Kupferdieben am Wochenende, das Diebesgut auch abzutransportieren, wie die Aargauer Kantonspolizei mitteilte.
Zu Diebstählen kam es diesmal gleich an zwei verschiedenen Strecken: Zunächst stellte ein Lokführer am Samstagabend fest, dass zwischen Siggenthal Station und Döttingen auf einer Länge von mindestens 1500 Metern das Erdungskabel der Fahrleitung fehlte.
Nur einen Tag später stellte ein anderer Lokführer fest, dass auch auf der Strecke zwischen Sisseln und Laufenburg auf dem Gemeindegebiet Kaisten auf rund 1300 Metern das Erdungskabel abmontiert und gestohlen worden war.
Genauere Kontrollen
Zu einem Streckenunterbruch kam es diesmal nicht. Nach dem nunmehr dritten Vorfall mit Kupferdieben im Aargau sei die SBB sensiblisiert, sagte SBB-Sprecher Roman Marti.
Strecken mit ähnlichem Profil in der Region würden nun genauer kontrolliert, dies zusätzlich zu den bestehenden regelmässigen Kontrollgängen der Streckenwärter. Marti warnte Diebe zugleich vor den Gefahren. «Die Leute, die ein Erdungsseil abmontieren, riskieren ihr Leben», sagte Marti.
Erdungsseile befänden sich in unmittelbarer Nähe von Fahrleitungen mit 15'000 Volt Stromspannung. Man brauche eine Fahrleitung nicht einmal zu berühren, um einen Stromstoss zu erhalten. Grund dafür sei der so genannte Lichtbogen, bei dem Strom ab einer gewissen Nähe zur Leitung über die Luft fliessen könne.
Kurzschluss ausgelöst
Am Donnerstag hatten Unbekannte zwischen Rümikon und Kaiserstuhl auf einer Strecke von fast 300 Metern Erdungskabel der SBB-Fahrleitung abmontiert. Beim Zerschneiden der Kabel verursachten sie um 00.20 Uhr einen Kurzschluss, der bis um 08.45 Uhr zu einem Streckenunterbruch zwischen Rekingen und Kaiserstuhl führte.
Vermutlich wurden die Täter von SBB-Angestellten gestört, weshalb sie die Kabel nicht mitnehmen konnten.
Laut Polizei wird davon ausgegangen, dass es sich in den drei Fällen um ein und dieselbe Täterschaft handelt, die über entsprechende Fachkenntnisse verfügt und professionell organisiert ist.
(ap/sda/hesa)